Gerade macht die Meldung die Runde, dass Spotify täglich mehrere Gigabyte an Daten auf die SSD beziehungsweise HDD schreibt und damit den Speicher kaputt macht. Es stimmt, Spotify schreibt viele Daten. Mit dem letzten Update, Version 1.0.42, wurde dies verbessert, aber weil Spotify ständig Daten laden und zwischenspeichern muss, wird es immer einen gewissen Verbrauch erzeugen.

Wird die SSD durch Spotify kaputt?

Spotify macht nichts böses. Sie schreiben, wie viele andere Programme, Daten in euren Speicher. Das Problem sind die begrenzten Schreibvorgänge des SSD Speichers. Bei älteren SSDs ist dies tatsächlich ein Problem, bei den meisten modernen SSDs können so viele Daten geschrieben werden, sodass selbst eine stärkere Belastung durch Spotify kein großes Problem ist. Tech Report hat vor einiger Zeit unterschiedliche SSDs getestet und sie haben zwischen 700TB und 2,5PB an geschriebenen Daten geschafft. Wenn Spotify am Tag 100GB schreibt, wäre das in einem Jahr etwa 36TB. Also selbst die schlechteste SSD würde knapp 20 Jahre Spotify schaffen. Die besten etwa 70 Jahre. Natürlich nutzen auch andere Programm die SSD und realistisch sind eher 5 bis 10 Jahre bei intensiver Nutzung. Das ist aber dennoch mehr als genug für die meisten Nutzer_innen.

Wie kann ich sehen, wie viele Daten Spotify schreibt?

Für Windows gibt es das Programm Process Explorer, das euch zusätzliche Informationen über unterschiedliche Prozesse auf eurem Computer geben kann. Ihr könnt es von Microsoft herunterladen. Alternativ könnt ihr auch den Task-Manager nutzen.

Nach dem entpacken, öffnet ihr die procexp.exe und bekommt eine solche Ansicht:
process-explorer-sysinternals_-www-sysinternals-com-aircube_luca-2016-11-15-10-32-24

Nun müsst ihr die Spalte für geschriebene Bytes hinzufügen. Rechtsklick auf die Spalten und unter dem Reiter „Process I/O“ „Write Bytes“ wählen.
select-columns-2016-11-15-10-34-55

Nun könnt ihr nach geschriebenen Bytes sortieren.
process-explorer-sysinternals_-www-sysinternals-com-aircube_luca-2016-11-15-10-46-15

Das gleiche funktioniert auch mit dem Task-Manager.
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Hilft es den Webclient zu nutzen?

Ich kann es nicht mit Sicherheit sagen. Es wird von vielen empfohlen. Ich vermute jedoch, dass dann halt der Browser die entsprechenden Daten zwischenspeichert. Wie man in den Screenshots oben sieht, schreibt bei mir Chrome noch mehr als Spotify. Bei Firefox ist es übrigens nicht anders. Nur nutze ich den im Moment nicht.

Symlinks zu Ramdisk als Lösung

Wie bereits geschrieben halte ich die Schreibvorgänge nicht für ein Problem. Falls es euch wirklich wichtig ist, könnt ihr eine Ramdisk erstellen. Also eine virtuelle Festplatte in eurem Arbeitsspeicher. Dann müsst ihr noch Spotify über einen Symlink dazu zwingen diese virtuelle Festplatte als Speicher zu nutzen.

Ort des Cache ändern

Falls ihr neben der SSD noch eine HDD im Computer habt, könnt ihr Spoitfy über Einstellungen > Erweitere Einstellungen Einblenden > Cache sagen, dass Daten woanders zwischengespeichert werden sollen. Dies hilft etwas. Die angeblich problematische ‚mecury.db‘ wird dadurch aber nicht beeinflusst und schreibt weiterhin auf die SSD.
Cache Location ändern in Spotify

Ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen. Bei Fragen oder Anmerkungen einfach melden.